| HÄUFIGE FRAGEN
Was macht ihr wenn es regnet oder im Winter?
Die heutigen Regenkleider halten die Kinder trocken und warm und geben genügend Bewegungsfreiheit. Es ist nicht einfach ein Werbeversprechen, wenn wir sagen, dass die Kinder den Regen gar nicht merken. Es ist tatsächlich so! Das haben wir grad eben kürzlich wieder erlebt, als wir von einem heftigen Regenguss heimgesucht wurden. Die besuchenden Erwachsenen flüchteten sich schnell unter die zum Glück schon aufgespannte Regenblache und alle Kinder rannten jubelnd darunter hervor und liessen sich den Regen aufs Gesicht trommeln. Bei Regen gibt es ausserdem viele Bäche und Pfützen und Matsch-Rutschbahnen und all die Schnecken, die jetzt unterwegs sind!
Im Winter bleiben wir einfach mehr in Bewegung. Von der Bekleidung her benutzen wir das Zwiebelprinzip: Mehrere Schichten übereinander, die je nach Bedürfnis an- oder ausgezogen werden können. Die äusserste Schicht ist natürlich wasserdicht.
Ausserdem haben wir ja unsere Kita-Räume, die wir jederzeit benutzen können. Je nach Kälte kürzen wir im Winter den Waldteil ab und nehmen in der Kita das Mittagessen ein. Es geht uns nicht darum, die Kinder abzuhärten oder Überlebens-Training zu machen, an erster Stelle wollen wir uns wohlfühlen und Spass haben miteinander.
Sind die Wald-Kinder nicht dauernd krank?
Im Gegenteil! Die Erfahrung zeigt, dass Kinder, die regelmässig an einem Wald-Angebot teilnehmen, weniger krank sind. Durch die häufigen Waldaufenthalte wird das Immunsystem gestärkt.
Schulärzte stellen eine nachdenklich stimmende Verschlechterung des Gesundheitszustandes unserer Kinder fest. So birgt unsere bequeme Konsumgesellschaft auch Gefahren. Unsere Ernährungsgewohnheiten gekoppelt mit mangelnder Bewegung resultieren u.a. in Übergewicht und Rückenleiden.
Erstaunlich ist, dass in Waldspielgruppen kaum Unfälle passieren. Wir führen dies darauf zurück, dass Kinder, die die Möglichkeit haben, tagtäglich Erfahrungen zu machen und selber auszuprobieren, eine realistische Selbsteinschätzung und hohe Selbstkompetenz entwickeln.
Nicht nur im körperlichen Bereich ist die gesunde Entwicklung unserer Kinder eingeschränkt. Gefahren durch Verkehr und wenig kindertaugliches Wohnumfeld führen zu grösserer Abhängigkeit von Erwachsenen. Mit dem Auto chauffiert zu werden ist normal, die Entwicklung zur Selbständigkeit wird behindert. Perfektioniertes Spielzeug lähmt Kreativität und Eigeninitiative und mit unserm schnellen Tempo bleibt den Kindern oft nichts anderes übrig, als einfach nach Wunsch zu funktionieren.
Wie steht es mit den Zecken und andern Gefahren?
Die Entwicklung der Zecken-Situation in den letzten Jahren insbesondere auch mit dem wamren Winter 2006/07 lässt Krankheitsübertragung durch Zecken zu einer ernst zu nehmenden Gefahr werden. Und zwar nicht nur im Wald: auch Parks, Wiesen, Spielplätze und Gärten zählen zum Wohngebiet von Zecken. Deshalb empfehlen wir neu Kindern und MitarbeiterInnen sich gegen Hirnhautentzündung impfen zu lassen (wird von der Krankenkasse übernommen). Gegen Lyme Borreliose gibt es keine Impfung, behandelt wird mit Antibiotika. Bis zum vollständigen Impfschutz (Hirnhautentzündung) und um das Risiko einer Ansteckung mit Lyme Borreliose minim zu halten, empfehlen wir folgende Massnahmen: hohe Schuhe, lange Hose, welche in die Socken hineingesteckt wird, benützen von Zeckensprays und vor allem: nach jedem Waldaufenthalt die Kinder gründlich absuchen (je schneller die Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr einer allfälligen Krankheitsübertragung).
Wir räumen nicht alle Gefahren aus dem Weg. Natürlich behalten wir Erwachsenen die Gefahrenquellen immer im Auge und machen die Kinder auch darauf aufmerksam. Wir wollen ihnen Gelegenheit geben, die Gefahren einschätzen zu lernen und sich so zu verhalten, dass keine Unfälle passieren. Dies ist vielleicht im Moment aufwändig, dafür entwicklen die Kinder ein hohes Mass an Selbstkompetenz und verletzen sich viel weniger.
Zum Beispiel dürfen die Kinder beim Feuern helfen. Es ist aber klar, dass ums Feuer nicht gerannt oder gar gekämpft wird, dass man sich zum Feuern hinkniet und dass mit Stecken, die man anbrennt und als Fackel benutzt, nicht herumgefuchtelt wird und dass diese nachher im Feuer bleiben.
Sind Kinder, die den Kindergarten im Wald verbringen, nachher in der Schule nicht benachteiligt?
Verschiedenste Studien aus der Schweiz und Deutschland stimmen überein in der Schule sind WaldkindergärtlerInnen Kindern aus Regelkindergärten mindestens ebenbürtig oder überlegen. Diese Ergebnisse erstaunen nicht: Wer sich tagtäglich auf dem unebenen Waldboden bewegt, wer klettert und springt und rollt und hüpft, wer Steine ausgräbt und Äste schleppt, wer Hütten baut, wer sägt und schnitzt und beim Feuern hilft, wer glitschige Erdhügel meistert und der Kälte trotzt, schafft die besten Voraussetzungen mit dem eigenen Körper kompetent umzugehen und erwirbt sich gleichzeitig ein gesundes Selbstbewusstsein und die notwendigen Eigenschaften, für ein erfolgreiches Bewältigen neuer, unbekannter Probleme. In unserer Konsumgesellschaft sehen wir es als besonders wichtig an, Kindern einen Raum für ihre natürliche Neugier und Eigeninitiative zu bieten, damit sie sich selbstbewusst und zuversichtlich dem Leben öffnen. (siehe auch Pädagogisches, Waldpädagogik)
Sind die Kinder nicht noch zu klein für den Wald und um bei Wind und Wetter draussen zu sein?
Sicher ist nicht jedes Kind mit 2 Jahren schon so weit, dass es sich im unebenen Gelände bewegen und mit dem grossen Freiraum umgehen kann. Und sicher ist der Wald auch nicht für alle Kinder. Viele fühlen sich auf dem überschaubaren Spielplatz oder Zuhause viel wohler. Sie spielen lieber drinnen und haben kein grosses Bedürfnis nach Bewegen und Entdecken.
Es ist aber einfach erstaunlich, welche enorme Entwicklungs-Schritte gerade die kleinen Kinder im Wald und in der altersgemischten Gruppe ganz selbstverständlich bewältigen.
Wichtig ist einfach, dass die Kinder gut geschützt sind gegen Kälte und Nässe. Das ist mit den heutigen Regenkleidern überhaupt kein Problem. Und natürlich hilft auch unsere lang-jährige Erfahrung mit Kindern draussen. In der Dynamik der Gruppe ist es schon wieder Zeit, sich auf den Heimweg zu machen, ehe man es sich versieht.
In Deutschland ist es übrigens vielerorts ganz selbstverständlich, dass die Kinder ab 3 Jahren in einen Waldkindergarten gehen, wo sie jeden Tag draussen sind. Die Eltern wissen, dass dies ihren Kindern nicht schadet. Im Gegenteil: Sie erleben, dass ihre Kinder stärker werden.
Wie macht ihr das mit Mittagsschlaf und Windeln wechseln?
Auf die kindlichen Bedürfnisse können wir auch im Wald bestens eingehen. Schlafen etwa lässt sich warm eingepackt in der bequemen Hängematte an der frischen Luft hervorragend. Und die Kinder gewöhnen sich schnell ans Stehwickeln.
Was hat der Wald zu bieten, was eine Betreuung in Räumen nicht bieten kann?
Erst einmal bietet der Wald grenzenlos Platz. Verschiedene Dynamiken und Lautstärken können problemlos nebeneinander stattfinden. So beobachten wir, dass die Kinder im Wald weniger streiten, es ist ja auch gar nicht nötig, weil für alle altersgerechte Herausforderungen vorhanden sind. Im Wald sind wir besonders aufeinander angewiesen. Zudem sind die Kinder stolz, wenn sie sich gegenseitig helfen können. Und natürlich werden im Wald tagtäglich alle Sinne angesprochen und die Grob- und Feinmotorik geübt. Das Erleben der Naturkreisläufe und -rhythmen stärkt die Kinder, es gibt ihnen in einer Welt der Gewaltbereitschaft und Suchtgefährdung dringend notwendige Identifikationsmöglichkeiten.
Und noch ein bisschen Theorie: Aus der Entwicklungspsychologie weiss man, dass es die Aufgabe der ersten Lebensjahre ist, den eigenen Körper immer besser kennen und brauchen zu lernen und die Umwelt mit allen Sinnen zu erfassen. Der Wald bietet dafür ein ideales Übungsfeld. Das vollständige Ausschöpfen einer Entwicklungsstufe ist Voraussetzung für das erfolgreiche und leichte Meistern der nächsten Stufe. Die heutigen Bestrebungen, intellektuelles Lernen immer früher anzusetzen, gehen oft auf Kosten einer soliden Basis, was sich Jahre später negativ bemerkbar macht. (siehe auch Pädagogisches)
Welche Herausforderungen finden die Kinder im Wald?
Die Kinder lernen natürliche Hindernisse zu überwinden: sie klettern über gestürzte Bäume, überqueren einen Bach, erklimmen einen glitschigen Erdhügel. Sie lernen die Scheu zu überwinden vor kleinen Krabbeltieren und dreckigen Händen. Weil wir kein Spielzeug mitnehmen, sondern kindgerechtes Werkzeug (Sägen, Schnitzmesser, Schnur, Lupen) wird Phantasie, Schaffenskraft und Eigeninitiative der Kinder angeregt.
Und tagtäglich gibt es grössere und kleinere Herausforderungen zu meistern. Die Kinder lernen selbständig Probleme anzupacken, dabei trainieren sie Eigenschaften wie Durchhaltewillen und Kreativität und erwerben ein hohes Mass and Selbstkompetenz.
Ist Waldpädagogik nicht ein bisschen weltfremd?
Die Naturverbundenheit verschwindet mehr und mehr aus dem heutigen Leben. Dies ist für uns aber erst recht ein Grund, die noch vorhandenen Freiräume zu nutzen und den Kindern eine unbeschwerte, reiche Zeit im Wald zu ermöglichen, bevor der Schul- und später der Berufsalltag dies allzu häufig verunmöglicht.
Wie steht es mit den Finanzen? Hat WAKITA subventionierte Plätze?
WAKITA ist eine private Institution. Sie kann von der Stadt Zürich subventionierte Plätze anbieten. WAKITA sucht zudem dauernd Sponsoren, um weitere, kosten-reduzierte Plätze anbieten zu können.
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