Der Wald

Der Wald ist Wissensquelle, Sinnesparadies, Künstlerwerkstatt und Abenteuerspielplatz. Waldkinder tauchen ein in eine sinnliche Welt. Auf ihrem Weg begleiten sie Vogelgezwitscher, das Murmeln des Baches, ein Rascheln in den Büschen und das Knacken von Ästen. Hier hüpft ein Frosch, und dort spielt die Sonne mit den farbigen Blättern. Der Wind bläst ins Gesicht und Regentropfen platschen auf die Nase. Und sogar das Essen vom offenen Feuer schmeckt anders, besser. Im Wald begegnet uns auf Schritt und Tritt Interessantes, Erstaunliches, Neues, Erheiterndes. Unzählige Gelegenheiten wecken Neugier und Forschungsdrang. 

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Naturpädagogik

Erfahrungen, Wahrnehmung & Erleben

Die ganzheitliche, allsinnliche Wahrnehmung ermöglicht, individuelle Erfahrungen im Wald und der Natur zu sammeln. Die Natur bietet unzählige Sinnesreize in vielfältiger Weise. Jede Baumrinde fühlt sich anders an, der Wald duftet im Frühling anders als im Sommer. Wir sehen den Bärlauch, riechen ihn, sammeln ihn und schmecken ihn beim Essen. 

Durch diese Erfahrungen können sich Kinder die Umwelt in ihrer Vielfalt erschliessen und nicht nur in Teilaspekten, wie der optischen Wahrnehmung. Mit allen Sinnen zu erleben, führt zu einer differenzierten eigenen Körperwahrnehmung. 

Bewegungen

Die Entwicklung des Geistes und des Körpers stehen im engen Zusammenhang. Kinder, die ihre Bewegungsfreiheit ausleben dürfen, trauen sich mehr zu. Wer auf Bäume klettern, schnitzen, schwere Äste tragen, hinfliegen - ohne sich zu verletzen - kann, gewinnt an Sicherheit und Selbstbewusstsein. Körperliche Grenzen zu erkennen, an ihnen zu scheitern und sie zu überwinden, schafft ein stabiles Fundament, um auch mit psychischen Belastungen und Stress-Situationen umgehen zu können. 

Sensibilisierung für die Natur

Die Sensibilisierung der Sinne, das Hervorrufen von Neugier und Gefühlen ermöglicht den Aufbau einer positiven, emotionalen Beziehung zur Natur als Grundlage für einen später verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit ihr. 

Gesundheit

Die tägliche Bewegung an der frischen Luft bei jeder Witterung und Jahreszeit fördert die Gesundheit und stärkt das Immunsystem. 

Fantasie & Kreativität

Ohne vorgefertigtes Spielzeug bietet die Natur den Kindern die Möglichkeit, die eigene Fantasie zu leben. Spiele entstehen täglich neu. Ein Stock kann zu einem Zauberstab, einer Gitarre oder Schwert werden. Aus Baumstümpfen entsteht ein Einkaufsladen oder eine Miniatur-Landschaft. Die Kinder sind zu eigenem Handeln herausgefordert, was einer passiven Konsumhaltung entgegenwirkt. 

Miteinander & Gemeinschaft

Der Gemeinschaftssinn und das Sozialverhalten werden durch den Aufenthalt im Wald positiv beeinflusst. Die freie, neue, offene Umgebung fordert andere bzw. neue Verhaltensweisen und Kooperationen. Absprachen unter den Kindern und Begleitern sind erwünscht und notwendig. Die Kinder lernen eigene Interessen zu erkennen und zu vertreten. Bei schwierigen, steilen Kletterstellen helfen sie sich gegenseitig. Um einen gemeinsamen Unterschlupf aus Ästen zu bauen, bedarf es einer gegenseitigen Absprache. Bringt jeder seine positiven Fähigkeiten konstruktiv ein, wird die Aktion für alle Beteiligten zu einem positiven Erlebnis. 

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Unsere Leitsätze

Wir begleiten Menschen mit ihrer Begeisterung für das gemeinschaftliche Leben in der Natur.

Tagtäglich sind wir Schritt für Schritt achtsam und mit Freude unterwegs.

Wir pflegen einen respektvollen Umgang weil Ich, Du, Wir sind Gäste bei Natur und Tier.

Intergenerativer Austausch

Zusammenarbeit mit dem Blindenwohnheim Mühlehalde

In der heutigen Zeit gewinnt intergenerative Pädagogik mehr und mehr an Bedeutung. Die Altersstruktur der Bevölkerung verändert sich, die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten eröffnen Entwicklungen, politische und gesellschaftliche Strukturen bringen neue Bequemlichkeiten aber auch Herausforderungen mit sich. Kleinfamilie und Generationen-Entmischung, Spezialisierung und zunehmende Isolierung und Ausgrenzung etwas sind Folgen davon. 

Die WaKiTa-Kinder begegnen täglich alten, sehbehinderten oder blinden Bewohner*innen des Blindenwohnheims Mühlehalde, wenn sie auf ihrem Weg in den Wald das Wohnheim durchqueren. Strukturierte 14tägliche Begegnungen mit den Kindergartenkindern bauen auf Beziehung auf. Gegenseitig profitieren wir voneinander - Zeit, wohlwollendes Interesse und Erinnerungen an früher bereichern den Kinderalltag -  frischer Wind, Unvoreingenommenheit und Leben erfreuen die Bewohnerinnen. 

Gemeinsam wird gesungen, gerätselt, erzählt, gebastelt und Zvieri gegessen...


Blindenwohnheim Mühlehalde

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Wie die WAKITAner...

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...die vier Jahreszeiten mit der WaKiTa im Wald verbringen.
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...als Menschen geprägt und unterstützt werden.